Versionierung und Revisionierung: Warum sie für den Maschinen- und Anlagenbau unverzichtbar sind
Konstruktionsdokumente, Stücklisten, Zeichnungen – im Maschinen- und Anlagenbau entstehen täglich enorme Datenmengen, die regelmäßig angepasst werden. Versionierung und Revisionierung sind entscheidend, um dabei den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass alle Abteilungen mit aktuellen und freigegebenen Informationen arbeiten.
Die gute Nachricht: Digitalisierung und moderne Softwarelösungen unterstützen genau diesen Prozess. Sie ermöglichen eine lückenlose Dokumentation von Änderungen und stellen sicher, dass nur freigegebene Daten in die Produktion gelangen.
In diesem Beitrag erklären wir die Begriffe Versionierung und Revisionierung, zeigen die Unterschiede auf und erläutern, warum beide Themen für den Maschinen- und Anlagenbau unverzichtbar sind. Anschließend geben wir einen Überblick über geeignete Softwarelösungen und deren Einführung.
Was ist Versionierung?
Versionierung bezeichnet die systematische Verwaltung unterschiedlicher Zustände eines Dokuments, einer Software oder eines Datensatzes über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Ziel der Versionierung ist es, Änderungen nachvollziehbar zu machen, Fehler zu vermeiden und jederzeit auf eine frühere Version zurückgreifen zu können.
Im Kontext des Dokumentenmanagements bedeutet Versionierung, dass bei jeder relevanten Änderung eine neue Version des Dokuments gespeichert wird. So bleibt die gesamte Historie inklusive Zeitstempel und Verantwortlichkeit nachvollziehbar. Die einzelnen Versionen sind durch eindeutige Versionsnummern oder Kennungen gekennzeichnet.
Was ist Revisionierung?
Revisionierung geht noch einen Schritt weiter. Während die Versionierung jede Bearbeitung erfasst, kennzeichnet die Revisionierung ausschließlich geprüfte und freigegebene Änderungen.
Revisionierung ist vor allem bei technischen Zeichnungen, Spezifikationen und normativen Dokumenten relevant, um Compliance und Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Eine Revision wird in der Regel erst nach einem definierten Prüf- und Freigabeprozess vergeben. Sie dokumentiert eine verbindliche, freigegebene Änderung.
Ändern sich entweder Form, Fit oder Funktion (die sogenannten 3 Fs), wird keine Revision erzeugt, sondern ein neues Objekt angelegt.
Was ist der Unterschied zwischen Versionierung und Revisionierung?
Der Unterschied zwischen Versionierung und Revisionierung liegt in der Verbindlichkeit: Versionierung erfasst alle Änderungen, auch Speichervorgänge, unabhängig von der Freigabe, während Revisionierung ausschließlich geprüfte und freigegebene Änderungen kennzeichnet.
Im Maschinenbau lässt sich dieser Unterschied gut anhand von Konstruktionsdokumenten erklären. Ein Dokument kann viele Versionen haben, doch nur freigegebene Versionen erhalten einen Revisionsstatus und gelten als verbindlich für Produktion und Montage.
Warum ist Versionierung und Revisionierung im Maschinen- und Anlagenbau wichtig?
Im Maschinen- und Anlagenbau sind Versionierung und Revisionierung essenzielle Bestandteile digitaler Prozesse. Konstruktionsdokumente, Stücklisten, Schaltpläne und viele weitere Daten werden im Laufe des Produktlebenszyklus mehrfach abgeändert.
Wenn ein Bauteil geändert wird, zum Beispiel aufgrund einer Materialanpassung, oder sich Kundenanforderungen oder gesetzliche Vorgaben ändern, ist digitale Versionierung und Revisionierung zwingend erforderlich. Ohne sie besteht die Gefahr, dass verschiedene Abteilungen mit unterschiedlichen oder veralteten Daten weiterarbeiten.
Das führt nicht nur zu aufwendigen Nacharbeiten, sondern im schlimmsten Fall zu Produktionsfehlern, Verzögerungen bei der Inbetriebnahme oder sogar zu Sicherheitsrisiken.
Darüber hinaus ist Versionierung ein zentraler Baustein im Qualitätsmanagement. Für Normen wie ISO 9001 ist sie Voraussetzung, um Gültigkeit, Nachvollziehbarkeit und Revisionssicherheit von Dokumenten nachzuweisen.
Wie funktioniert Versionierung?
Versionierung basiert auf dem Prinzip, jede Änderung eindeutig zu kennzeichnen und nachvollziehbar zu speichern. Jede neue Bearbeitung erzeugt eine neue Version mit einer Versionsnummer, Datum und Autor. So bleibt die Historie vollständig erhalten.
In der Praxis erfolgt dies zum Beispiel über ein Produktdatenmanagement (PDM)-System. Änderungen werden nicht überschrieben, sondern als neue Version abgelegt. Die aktuell gültige Version ist eindeutig gekennzeichnet und leicht auffindbar. Automatische Versionierung stellt sicher, dass dieser Prozess ohne manuelle Eingriffe abläuft. Zusätzlich können Freigabeprozesse integriert werden, um sicherzustellen, dass nur geprüfte Versionen verwendet werden.

Welche Software eignet sich für die Versionierung und Revisionierung?
Für den Maschinen- und Anlagenbau sind PDM- und PLM-Systeme geeignete Lösungen, um Versionierung und Revisionierung von Konstruktionsdaten sicherzustellen. Diese Systeme verwalten CAD-Dateien, Stücklisten und technische Dokumente und sorgen dafür, dass Änderungen strukturiert und nachvollziehbar bleiben.
Folgende Softwarelösungen eignen sich für die Versionierung und Revisionierung:
- SAP PLM: Die PLM-Lösungen von SAP integrieren Versionierung direkt in die ERP-Umgebung und ermöglichen die Einbindung von Konstruktionsdaten in nachfolgende Prozesse.
- Autodesk Vault: Die beliebte PDM-Software Autodesk Vault verwaltet CAD-Dateien und Dokumente, bietet automatische Versionierung und unterstützt Freigabeprozesse für Revisionen.
- PRO.FILE: Die PDM/PLM-Software PRO.FILE integriert die Versionierung und Revisionierung von CAD-Daten, Dokumenten und Prozessen und stellt Workflows für Freigaben bereit.
- SOLIDWORKS PDM: Die PDM-Lösung SOLIDWORKS PDM aus dem Hause Dassault Systèmes eignet sich ideal für Unternehmen, die bereits mit SOLIDWORKS arbeiten. Das System bietet ein Workflow-Management und die Möglichkeit zur revisionssicheren Dokumentation.
Neben digitaler Versionierung und Revisionierung bieten die oben genannten Systeme noch viele weitere Funktionen und Schnittstellen, die für den Maschinen- und Anlagenbau relevant sind und weit über die einfache Datenverwaltung hinausgehen.
Wie führe ich Versionierung und Revisionierung in meinem Unternehmen ein?
Idealerweise starten Sie die geplante Einführung von Versionierung und Revisionierung mit einer ausführlichen Bestandsaufnahme bestehender Prozesse.
Im ersten Schritt sollten Sie prüfen, welche Dokumente und Daten versioniert werden müssen – typischerweise CAD-Dateien, Artikel, Stücklisten und technische Zeichnungen. Anschließend definieren Sie verbindliche Regeln: Wer darf Änderungen vornehmen? Wie werden Versionen gekennzeichnet? Welche Schritte sind für eine Revision erforderlich?
Darauf aufbauend wählen Sie eine digitale Lösung, die diese Anforderungen unterstützt. Entscheidend sind automatische Versionierung, klare Freigabeprozesse und eine einfache Integration in bestehende Systemlandschaften.
Da die Einführung oft komplex ist und Schnittstellen zu MCAD, ECAD, ERP und Fertigung berücksichtigt werden müssen, empfiehlt sich die Unterstützung durch erfahrene Berater.
Cideon unterstützt Sie gerne bei der Prozessdefinition, der Auswahl der richtigen Software und der Implementierung. Gemeinsam stellen wir sicher, dass alle wichtigen Abteilungen und Prozesse miteinbezogen werden und Sie optimal mit der Lösung arbeiten können. Auch im Bereich Schulungen und Support helfen wir Ihnen weiter.
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