Schweißbaugruppen sind nützliche Werkzeuge in Autodesk Inventor – nicht nur für alles rund ums Schweißen selbst, sondern auch in Zeichnungen. Wozu sich Schweißgruppen allgemein eignen, wie Sie Schweißgruppen in Zeichnungen nutzen können und was Sie dabei beachten sollten, erläutern wir in diesem Beitrag.
Was sind Schweißbaugruppen und wozu eignen sie sich in Autodesk Inventor?
Schweißbaugruppen sind bereits seit einer langen Zeit in Inventor verfügbar. Sie ermöglichen das Erstellen von Schweißnähten, die Bearbeitung vor und nach dem Schweißen sowie die Ableitung von Schweißnahtberichten. Deshalb werden sie vor allem im Maschinen-, Anlagen- und Stahlbau zur Planung, Konstruktion und Fertigungsdokumentation von Schweißkonstruktionen genutzt.
Schweißbaugruppen in Autodesk Inventor erstellen
Um in Inventor eine Schweißbaugruppe zu erstellen, brauchen Sie zunächst eine reguläre Baugruppe. Diese können Sie über 'Umgebungen’ und 'In Schweißkonstruktion konvertieren' in eine Schweißbaugruppe konvertieren.
Achtung: Sobald Sie das einmal getan haben, können Sie die Schweißbaugruppe nicht mehr zurück in eine normale Baugruppe konvertieren, da durch den Konvertierungsvorgang diverse Eigenschaften hinzugefügt werden, die nicht mehr gelöscht werden können, zum Beispiel das Material der Nähte.

Vor- und Nachteile von Schweißbaugruppen
Wer Schweißbaugruppen nutzt, profitiert von zahlreichen Möglichkeiten – gleichzeitig gibt es jedoch einige Aspekte, die vor der Anwendung berücksichtigt werden sollten.
Schweißbaugruppen haben eine Reihe an Vorteilen:
- Die Schweißnähte sind im Modell sichtbar. Dies kann z. B. für Anwender in der Fertigung wichtig sein.
- Da die Schweißnähte als Volumen modelliert werden, werden sie bei einer Kollisionskontrolle mitbetrachtet.
- Die Schweißnähte werden in der Masse der Baugruppe mitberücksichtigt.
- Sie können einen Bericht über die Schweißnähte und ihre verschiedenen Eigenschaften erstellen lassen.
Das Arbeiten mit Schweißbaugruppen bringt auch Nachteile mit sich:
- Die Modellierung der Schweißnähte ist sehr aufwändig und kann am Computer nur schwer präzise nachgebildet werden.
- Sie können eine Baugruppe, die Sie einmal in eine Schweißbaugruppe konvertiert haben, nicht wieder in eine Baugruppe konvertieren.
- Schweißbaugruppen basieren auf Baugruppenelementen. Diese beeinflussen stark die Dateigröße und damit die Performance. Je mehr Elemente es gibt, desto schlechter wird die Performance.

Schweißbaugruppen in Zeichnungen nutzen
In vielen Fällen überwiegen die Nachteile, doch es gibt einen Bereich, in dem Schweißbaugruppen unserer Ansicht nach sehr nützlich sind und noch zu wenig eingesetzt werden – und zwar in der Zeichnungserstellung. Und damit sind nicht nur die eigentlichen Schweißzeichnungen gemeint.
In vielen Konstruktionsabteilungen ist es gängige Praxis, auf Schweißzeichnungen die Baugruppe in der Mitte der Zeichnung zu platzieren. Die Einzelteile mit ihren einzelnen Bearbeitungen werden mit auf dem Blatt angeordnet.
Es ist aber kein Geheimnis, dass Sammelzeichnungen Nachteile haben. Wir empfehlen, für jedes Modell eine eigene Zeichnung zu erstellen. Das erhöht die Übersichtlichkeit. Und es kommt Ihnen vor allem beim Kopieren und im Freigabeprozess im PDM-System zugute.
Trotzdem hat die “klassische” Darstellung – alles auf einem Blatt – im speziellen Fall der Schweißzeichnung eine gewisse Berechtigung. Wie lösen Sie dieses Dilemma? Zunächst erstellen Sie die Zeichnungsansicht und fügen die Ansichten Ihrer Baugruppe hinzu.

Anschließend gehen Sie zurück in die Baugruppenansicht und konvertieren Ihre Baugruppe in eine Schweißbaugruppe. Dabei können Sie die Einstellungen gänzlich ignorieren, denn sie sind an dieser Stelle nicht wichtig.
Schweißbaugruppen bieten nämlich in Zeichnungen zusätzliche Optionen: Sie können die Bearbeitungsschritte abbilden, dazu gehört auch die Baugruppe im Status der Nahtvorbereitung.

In dieser Darstellung können Sie sowohl die komplette Baugruppe als auch ausgewählte Komponenten darstellen. In unserem Beispiel sehen Sie die Baugruppe und ihre Einzelteile in ein und derselben Zeichnung.

Am Browser ist aber zu erkennen, dass die individuellen Komponenten gar nicht vorhanden sind. Vielmehr handelt es sich um eine Darstellung der Baugruppe, bei der bis auf eine alle anderen Komponenten ausgeblendet sind.
Ein weiterer Vorteil dieser Arbeitsweise ist die einfache Abbildung von Positionsnummern. Sie können die Positionsnummern aus der Baugruppe verwenden – ohne Workarounds oder händische Nacharbeit.

Einen kleinen Nachteil hat diese Arbeitsweise jedoch: Normalerweise zeigen Baugruppen auf Zeichnungen keinen Werkstoff. Schweißbaugruppen besitzen diesen aber (das Nahtmaterial) und deshalb erscheint er auch im Schriftfeld.

Um dies zu umgehen, können Sie einen eigenen Schweißwerkstoff definieren, der zum Beispiel nur aus einem Strich besteht. So sieht das Schriftfeld dann auch wieder gut aus.
Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Die beschriebene Arbeitsweise funktioniert leider nicht bei Zeichnungen von Gestell-Generator-Baugruppen.
Einzelteile von Gestellen sind immer in einer automatisch erstellten Unterbaugruppe zusammengefasst. Diese taucht nicht in der Stückliste auf, da sie auf „Phantom“ gesetzt wird. Die Darstellung der Nahtvorbereitung greift aber immer nur eine Modellebene nach unten. Somit ist eine Auswahl der Einzelteile nicht möglich.
Um Gestelle entsprechend darzustellen, kann man natürlich immer noch auf Konstruktionsdarstellungen zurückgreifen.
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