Im Gespräch mit Ana Maria Perez Ospina Backstage
23/06/20

Im Gespräch mit Ana Maria Perez Ospina

Autor: Gregor Karasinsky

Zum "International Women in Engineering Day" sprechen wir mit Ana Maria Perez Ospina aus Kolumbien, Trainee im Bereich Sales Operations bei Cideon: Warum Frauen und Engineering perfekt zusammenpassen und ein wenig südamerikanisches Temperament dabei durchaus von Vorteil ist.

Ana Maria Perez Ospina aus Kolumbien, Trainee im Bereich Sales Operations bei Cideon.Der Name lässt bereits vermuten: Ana Maria Perez Ospina hat ihre Wurzeln in Südamerika. Die 29-jährige Kolumbianerin ist im Alter von 26 Jahren nach Deutschland gekommen und arbeitet seit 2019 als Trainee bei Cideon in München. In der Abteilung "Sales Operations" ist Ana Maria hauptsächlich zuständig für CRM (Customer Relationship Management) und die Abläufe im Sales. Ihr Aufgabengebiet ist dabei eng gekoppelt mit der Plattform SAP Hybris Cloud for Customer (SAP C4C) - Cideons Anwendungsunterstützung rund um kundenbezogene Daten und Vertriebsprozesse.

Wir sprechen mit der Maschinenbauingenieurin über ihren Arbeitsalltag und die Erfahrungen mit "Land und Leuten" in der Wahlheimat Deutschland.

Ana Maria, Sie haben sich als Maschinebauingenieurin für einen leider nach wie vor überwiegend von Männern gewählten Karriereweg entschieden. Warum?

Ana Maria Perez Ospina: Mir war von Anfang an klar, dass der Beruf von Männern dominiert wird. Als ich angefangen habe zu studieren, waren wir tatsächlich nur fünf Frauen unter 100 Männern. Um ehrlich zu sein, hat mich vor allem meine Faszination für Mathematik und Physik dazu bewegt, diesen Studiengang einzuschlagen. Und ich wollte mir selbst beweisen, dass ich unter vielen Männern bestehen kann.

 

Cideon ist nach dem Studium und drei Jahren Philip Morris Int. in Kolumbien der nächste Schritt in Ihrer Vita. War der Entschluss, in einem technisch geprägten Engineering-Unternehmen zu arbeiten eine bewusste Entscheidung, logische Konsequenz nach der Ausbildung oder Bauchgefühl?

In meiner Zeit nach dem Studium habe ich in verschiedenen Unternehmensbereichen gearbeitet: Vom Engineering über administrative Aufgaben, bis hin zu Human Development und Management-Programmen. Für mich ist es die Herausforderung, die mich antreibt, immer wieder neue Dinge zu erlernen und zu meistern. So war es auch bei Cideon.

 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Ich habe eine To-do-Liste, die ich abarbeite. Mit dieser Liste und meinen E-Mails starte ich in den Tag. Ich schaue mir an, welche Aufgaben am wichtigsten sind und erledige diese als erstes. Außerdem bin ich quasi jederzeit "auf Abruf", falls ein Problem auftritt oder meine Kollegen - überwiegend aus Vertrieb und Marketing - Fragen haben. In der Pause verbringe ich dann viel Zeit mit meinen Kollegen und wir tauschen uns gegenseitig zu privaten Dingen aus.

 

Frauen und Engineering sind eine perfekte Kombination, das beweisen Sie jeden Tag aufs Neue. Ihre Kollegen sagen, Sie besitzen die optimale Mischung aus einer ruhigen Ausstrahlung und "südamerikanischem Temperament". Auf welche Eigenschaften kommt es in Ihrem Beruf an?

Wenn man als Frau in einem Umfeld studiert und arbeitet, in dem überwiegend Männer anzutreffen sind, hilft einem das Temperament dabei, wahrgenommen zu werden. Ich trete ganz automatisch selbstbewusst auf und habe damit durchweg positive Erfahrungen gemacht. Außerdem ist es wichtig, immer optimistisch zu denken. Das macht auch schwierige Aufgaben einfacher und hilft mir in vielen Situationen weiter. Mein Tipp: positiv an die Aufgabe herangehen und immer lächeln, dann wird vieles einfacher.

 

Was würden Sie anderen Frauen raten, die einen ähnlichen Karriereweg einschlagen möchten wie Sie?

Wir leben heute in einer Welt, die einem alle Möglichkeiten offen hält. Daher nicht entmutigen lassen, auch wenn es einmal Rückschläge gibt. Jeden Tag genießen und Herausforderungen optimistisch und positiv annehmen. So würde ich es wieder handhaben und so kann ich es nur empfehlen.

 

Kolumbien in Südamerika ist viele Flugstunden weit weg von München. Was vermissen Sie am meisten?

Man braucht von München aus genau 14 Stunden in meine Heimatstadt. Ich vermisse das Wetter dort, die Berge (die sind nämlich ganz anders als in Deutschland), das frische Essen - vor allem die Früchte, die besondere Spontanität und die Fürsorglichkeit lateinamerikanischer Menschen. Am meisten aber vermisse ich  natürlich meine Familie und meine Freunde.

 

Vielen Dank, Ana Maria, für das Interview.

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