Tipps und Tricks für Autodesk Inventor: Stücklistenstrukturen

Autodesk Inventor Stücklistenstrukturen

Nachdem wir im ersten Blogbeitrag unserer Stücklisten-Serie die Grundlagen der Stücklisten in Autodesk Inventor betrachtet haben, werfen wir nun einen detaillierten Blick auf die einzelnen Stücklistenstrukturen und deren Auswirkungen auf die Stückliste, Zeichnung, Teileliste und Masseberechnung.

In diesem Beitrag erklären wir alle “Stücklistenstrukturen” in Autodesk Inventor, gehen auf ihre Funktionsweise ein und erklären wichtige Zusammenhänge der Einstellungen.

Was bedeuten die einzelnen Stücklistenstrukturen in Autodesk Inventor?

Stücklistenstrukturen definieren, wie Bauteile und Baugruppen sich in der Stückliste und in Folgeprozessen verhalten. Es gibt fünf verschiedene Optionen, die Sie pro Komponente in den Modelldaten festlegen können. Auf die wichtigsten Funktionen, Auswirkungen und Unterschiede gehen wir in den folgenden Abschnitten genauer ein.

Stücklistenstruktur ‘Normal’

Die Stücklistenstruktur ‘Normal’ bedeutet, dass die Komponente regulär in der Strukturstückliste vorhanden ist, auf der Zeichnung komplett dargestellt wird und auch in die Masseberechnung einfließt. Diese Einstellung ist der Default-Zustand aller Baugruppen, wenn Sie die Stückliste anlegen.

Autodesk Inventor Stücklistenstruktur Normal

Stücklistenstruktur ‘Referenz’

Die Struktur ‘Referenz’ wird gewählt, wenn Sie eine Komponente als Referenz kennzeichnen möchten. Das sind beispielsweise Umgebungskonstruktionen oder Werkstücke.  Damit ist das Referenzbauteil nicht mehr Teil der Stückliste und in der Zeichnung wird es gestrichelt dargestellt. Auch auf der Teileliste ist das Bauteil nicht mehr zu finden und es fließt darüber hinaus nicht in die Masseberechnung mit ein.

Sie können die Einstellung entweder in der Stückliste selbst oder über den Browser vornehmen. Wenn Sie diese Einstellung festgelegt haben, ist das Bauteil permanent als Referenzbauteil gekennzeichnet und wird auch in Folgeprozessen so behandelt.

Der wichtige Unterschied ist: Wird die Einstellung in der Stückliste vorgenommen, so wird sie in der Datei selbst gespeichert. Die Komponente wird also, egal wo sie eingebaut ist, als Referenz behandelt.

Wird die Einstellung dagegen im Browser getroffen, so gilt sie nur für die jeweils ausgewählte Instanz. Das Bauteil kann in einer anderen Baugruppe eine reguläre Komponente sein. Es ist sogar möglich, dass ein Teil mehrfach in ein und derselben Baugruppe steckt, einmal als Referenz und einmal normal.

Autodesk Inventor Stücklistenstruktur Referenz

Stücklistenstruktur ‘Phantom’

Die Einstellung ‘Phantom’ hat vorrangig Auswirkung auf die Strukturstückliste. Wenn Sie eine Baugruppe als ‘Phantom’ kennzeichnen, tauchen in der Strukturstückliste etliche Bauteile auf, die es vorher nicht gab, dafür fehlt die Unterbaugruppe.

‘Phantom’ bedeutet also, dass eine Komponente in einer Struktur ignoriert wird. Alles, was in der Komponente enthalten ist, wird in der Baugruppenstruktur eine Ebene weiter oben angezeigt.

Autodesk Inventor Stücklistenstruktur Phantom

Autodesk Inventor Stücklistenstruktur Phantom ausgeblendete Elemente

Auf der Zeichnung hat das auf den ersten Blick keine Auswirkung, denn in einer Zeichnung werden grundsätzlich keine Baugruppen dargestellt, sondern die Körperkanten stammen von den jeweiligen Einzelteilen.

Auf der Teileliste hingegen können Sie die Auswirkung direkt sehen. Dort fehlt jetzt die Unterbaugruppe. Stattdessen tauchen deren Einzelteile auf.

Autodesk Inventor Stücklistenstruktur Phantom Teileliste

Die Einstellung ‘Phantom’ hat hingegen keinerlei Einfluss auf die Masse der Konstruktion, denn die Masse berechnet sich aus der Summe der Masse der Einzelteile und diese hat sich in diesem Fall nicht verändert.

Ein klassischer Anwendungsfall für die Phantome ist die Erstellung von Hilfsbaugruppen. Wenn Sie Teile haben, die Sie immer gemeinsam verbauen, können Sie diese als IAM-Datei zusammenfassen und dementsprechend schnell (wieder) verbauen. So können Sie die Baugruppe nutzen, ohne dass sie in der Stückliste erscheint und Verwirrung in nachgelagerten Prozessen stiftet. Das ist außerdem gut für die Performance, denn Inventor benötigt für die Verarbeitung der Hauptbaugruppe weniger Rechenleistung.

Gut zu wissen: Bei jedem erneuten Aufruf der Hilfsbaugruppe ist sie weiterhin als Phantom klassifiziert, da die Einstellung auf Dateiebene erfolgt.

Stücklistenstruktur ‘Unteilbar’

Die Einstellung ‘Unteilbar’ hat in der Praxis keine große Bedeutung, denn sie hat erst einmal keine Auswirkung auf die Stückliste oder Zeichnung. Die einzige Konsequenz ist, dass die Baugruppe in der Stückliste ‘Nur Bauteile’ mit aufgelistet wird.

Sie können Unterbaugruppen als ‘Unteilbar’ einstellen, wenn Sie die gesamte Baugruppe als eine Position einkaufen möchten. Dies spielt im Konstruktionsalltag keine große Rolle, wird aber wichtig, wenn es um Folgeprozesse in Beschaffung und Logistik geht.

Autodesk Inventor Stücklistenstruktur Unteilbar

Stücklistenstruktur ‘Gekauft’

Die Einstellung ‘Gekauft’ kennzeichnet eine Baugruppe oder ein Bauteil als Zukaufteil, das als fertige Einheit beschafft wird. Damit hat sie ebenfalls weder in der Stückliste, noch in der Zeichnung oder Masseberechnung eine Bedeutung, spielt in Folgeprozessen jedoch eine wichtige Rolle, analog zur Einstellung ‘Unteilbar’.

Autodesk Inventor Stücklistenstruktur Gekauft


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